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Saure Wochen! Frohe Feste!
AUSGEKOCHTE KULTUR
Von Titus Petronius, dem Dichter am Hofe Neros,
bis Günter Grass - vom "Gastmahl des Trimalchio" bis zu den in Kochkunst
und Liebe bewanderten Frauen im "Butt" - spannt sich der Bogen kulinarischer
Thematik. Dichter und Komponisten begleiten auf ihre Weise die Kulturgeschichte
des Essens und Trinkens; diese führt in mythische Tiefen und zu
historischen Ereignissen (wie dem Nürnberger Friedensmahl 1649),
zu Festen und zum bald bitteren, bald frugalen Alltag. Speisen und
Schlemmern ist kontrastiert durch Fasten und Hungern; Brot und Wein
erscheint als Verheißung; Wasser und Brot als Zeichen reduzierten
Lebens. Kultur wird durch Kochen auf "durchtriebene" Art verdinglicht;
Magen und Bauch transzendieren jedoch auch aufs geistige Prinzip.
Wo immer man literarische Speise erwartet (bei Goethe, Mörike, Shakespeare,
Leonardo da Vinci, Barthold Heinrich Brockes, Johann Heinrich Voß,
Döblin, Zuckmayer, Ludwig Fels, Ulla Hahn, Josef Winkler und vielen
anderen) - sie ist keineswegs immer Labsal, wohl aber angerichtet
nach dem Rezept: "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung".
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