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"Ein Wandelndes, das mit und um uns wandelt …"
JAHRESZEITEN - LEBENSZEITEN
In den „Urworten orphisch“ hat Goethe die Verflochtenheit des menschlichen Lebens mit Natur und Kosmos, dessen Einbindung in den Kreislauf der Jahre wie in die Gesetzmäßigkeiten der Welt, aber auch die Polarität von Nötigung und Liebe, das Spannungsfeld von Sollen und Wollen und die Rätselhaftigkeit der Zu-Fälle beschworen. Bei der Lesung geht es weniger um die vielfach verwendete allegorische Gleichsetzung des Lebens- mit dem Jahreslauf: Jugend als Frühling, Reife als Sommer, Alter als Herbst und Winter. Vielmehr umkreisen die Texte vieler Dichter und Dichterinnen, zwischen Walther von der Vogelweide und Paul Celan, William Shakespeare und Samuel Beckett, Andreas Gryphius und Rainer Maria Rilke, Francesco Petrarca und Friedrich Hölderlin, Adalbert Stifter und Gottfried Benn (um nur einige Klassiker zu nennen) in tieferer Symbolik und voller Chiffren das Geheimnis des Widerspiels von irdischer Schwerkraft und eigenständiger Personalität – „und keine Zeit und Macht zerstückelt / geprägte Form, die lebend sich entwickelt“.
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