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Beispiele einer Beziehungsgeschichte

EX ORIENTE LUX? OKZIDENT UND ORIENT

Im „West-östlichen Divan“ war Goethe auf einen glücklichen Wechselgesang zwischen den beiden Kulturen gestimmt. Aber deren Verhältnis war seit den Kreuzzügen und der Vertreibung der Mauren durch kriegerische Spannungen geprägt. Die islamische Aufklärung traf auf christlichen Fundamentalismus; heute entwickelt sich der „crash“ in umgekehrter Richtung.
Als mit der Niederlage der Türken vor Wien der osmanische militärische Zenit überschritten war, öffnete sich das Abendland immer mehr für Fantasien im Zeichen des Südostens (etwa Wilhelm Hauff mit dem Kalifen Storch). Der Orientmode des 19. folgten die Morgenlandfahrer des 20. Jahrhunderts. Der Orient selbst freilich war immer wieder blutig gespalten; dafür steht etwa das Schicksal der Armenier.
Das Leben war eben wunderbar und grausam gemischt. Das Auf und Ab, das Zusammen und Dagegen – von Gotthold Ephraim Lessing bis Hermann Hesse, Franz Werfel bis Orkan Pamuk – spiegelt sich in Gesichten von „Liebe und Finsternis“ (Amos Oz), wobei die literarische und musikalische Tour d’horizon, etwa in der Gestalt des Komponisten, Sängers, Schriftstellers und Filmregisseurs Zülfi Livaneli, mit dem im März stattfindenden türkisch-deutschen Filmfestival verknüpft wird.