|
"Schön ist es auch anderswo
/ und hier bin ich so wie so"
LUST UND LEID DES REISENS
Aufzubrechen, in die Fremde zu ziehen, an fremden
Gestaden zu landen, trotz aller Beschwernisse, die man deshalb in
Kauf nehmen muss, ist eine nicht ausrottbare Sehnsucht des Menschen.
Bei allen pragmatischen Gründen fürs Unterwegs-Sein –
die Sehnsucht nach dem Paradies, aus dem man verjagt wurde und in
das man wieder zurückkehren will, mag archetypisch, vor allem
beim romantischen Fernweh, im Spiel sein: "Ach, wer da mitreisen
könnte / in der prächtigen Sommernacht!" (J. v. Eichendorff)
Ob zu Fuß oder mit der Postkutsche, dann per Eisenbahn, Auto
und Flugzeug: Die Überwindung von Zeit und Raum versetzt den
Reisenden in ein Glücksgefühl, das zu beschreiben die
Dichter nicht müde werden. Genüsslich malen sie auch die
Strapazen aus – mit dem Tenor: "Gehabte Schmerzen mag
ich gern!" Odysseus und viele mit ihm sind aber durchaus froh,
wenn sie schließlich wieder nach Hause zurückkehren können.
"Ach, vergeblich das Fahren" (Gottfried Benn); zumindest
ambivalent: "Reisen? Existieren ist Reisen genug." (Fernando
Pessoa)
|