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"Sein oder Nichtsein, das
ist hier die Frage"
VOM SINN DER WELT
Der November (mit Volkstrauertag und Totensonntag)
bringt, nachdem die Maienblüten längst gereift sind und
die Ernte eingebracht ist, eine besondere Atmosphäre fürs
Grübeln und Sinnieren mit sich. To be or not to be –
Shakespeares Hamlet stellt in seiner Melancholie alles Tätigsein
infrage. Im Alptraum erfährt Jean Paul aus dem Mund von Christus,
dass kein Gott sei. Dem Menschen wird, metaphysisch gesehen, bei
Franz Kafka der Prozess gemacht; aber niemand kennt den Grund und
das Gericht. Dichter und Denker, darunter Goethe, Hölderlin,
Büchner, Gottfried Keller, Rilke, Benn, Christine Lavant resignieren
oder ringen um Antwort. Das Nichts durchdringt und zersetzt vor
allem die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Demgegenüber
die vor allem religiös oder philosophisch geläuterte Einsicht
ins Unabänderliche: "Unsterblich duften die Linden - /
Was bangst du nur?" (Ina Seidel) Schließlich zynisches,
ironisches, satirisches Aufbegehren gegen den Un-sinn der Welt und
ihrer Geschichte; das Lachen als befreiender Trotz. Dem Memento
mori wird das Carpe-diem abgerungen.
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