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DIE STÄDTE SIND FÜR DICH GEBAUT

Gepriesen wird Jerusalem, verflucht Babel. Aus schwarzen Wäldern fliehen Menschen in glitzernde Metropolen und sehnen sich dann nach fachwerk-geschmücktem Dorf und nachtwächter-beschützter Kleinstadt zurück. Glücksgefühl in Königs- und Kaiserstraßen, Verelendung in Mietskasernen, Einsamkeit in Suburbia. Vor allem die moderne Literatur erweist sich als ein Baedeker der Stadtsucht und Stadtverdammung. Die Symphonie der Großstadt bewirkt Euphorie; sie ist oft Heiterkeit vor dem Ende (denn Sodom und Gomorrha gehen immer wieder unter). In Fabriken und Bürosilos sehnen sich die Menschen nach weißen Stränden; in den Malls reüssieren die Traumwäscher "... sei ohne sorge, ohne sorge ..." Ganz Paris träumt von der Liebe; und in Peine ist man meist alleine. Die sentimentale wie ironische Phantasie der Stadtlyriker und Stadtneurotiker ist schier grenzenlos. Geboten wird ein ABC der Stadtkunde: Vom "Arbeitslosen" und "Abendlärm", "Berlin" und "Bottrop" bis zu "Zeppelin", "Zentrum" und "Zechpreller".