Inmitten von Zwängen, Fremdbestimmung und Unterdrückung wehrt sich der Künstler, vor allem der Dichter und Schriftsteller – ein Anwalt menschlichen Freiheitsstrebens. „Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Munde nicht erwartet.“ (Günter Eich) Er tut dies in Form oft opferreichen stürmischen Aufbegehrens – „in tyrannos“ (Friedrich Schiller) oder indem er der Macht des leisen, aber steten Widerspruchs vertraut: „...dass das weiche Wasser in Bewegung / mit der Zeit den mächt‘gen Stein besiegt“ (Bertolt Brecht). Zensur und Verbot vermögen das „Hoffnungslied des Geistes“ zeitweise zu unterdrücken; doch bleiben die Waffen des Wortes letztlich unzerstörbar. „...Fall ich unbesiegt - ... nur mein Herze brach“ (Heinrich Heine).
Die Lesung bringt ein Spektrum der Widerstandsliteratur vieler Epochen, unterschiedlicher Länder und wechselnder Thematik zu Gehör. Sie berichtet auch, neben Heroischem, vom alltäglichen poetischen Bemühen, sich im Getriebe der Welt nicht zerreiben zu lassen.